Anti-GeldwäscheSanktionen

Führende Banken erneut in Finanzkriminalität verwickelt

By November 27, 2019 Dezember 12th, 2019 No Comments

Wir fassen die wichtigsten Nachrichten zum Thema Finanzkriminalität der vergangenen Woche zusammen.

Wieder eine Geldstrafe wegen Sanktionsverstößen für Standard Chartered

Die Bank muss an vier US-Aufsichtsbehörden sowie die britische FCA insgesamt 1,1 Milliarden US-Dollar zahlen. Berichten zufolge handelte es sich um insgesamt zwischen 400 Mio. US-Dollar und 600 Mio. US-Dollar, die illegal in verschiedene Länder überwiesen wurden, darunter Iran, Myanmar, Simbabwe, Kuba, der Sudan und Syrien.

Ein Teil dieser Aktivitäten stammte von einer Internetplattform, über die Kunden vom Iran aus auf USD-Konten zugegriffen hatten, die von den Compliance-Verantwortlichen nicht gesperrt wurden. In der Filiale in Dubai zahlten Kunden aus dem Iran absichtlich per Fax. Ein leitender Mitarbeiter der Bank hatte einem iranischen Frontunternehmen verraten, dass es unentdeckt bleiben könnte, indem es seinen Namen ändere und ein neues Konto eröffne. Berichten zufolge wurden sowohl der Angestellte als auch die iranischen Kunden in Washington DC strafrechtlich angeklagt. Die geänderte Vereinbarung über den Aufschub von Strafverfolgung (Deferred Prosecution Agreement, DPA) bezieht sich auf den Verstoß gegen Sanktionen sowie die Fälschung von Geschäftsunterlagen in New York.

Die von der FCA aufgeführten Beispiele waren eine unterhaltsame Lektüre, zumindest für einen AML-Beauftragten. Unter war ein Kunde mit einem Koffer mit 3 Millionen VAE-Dirham (816.000 USD) in bar in die Bank gewandert und hatte ein Konto eröffnet, ohne groß Nachweise für die Herkunft des Geldes erbringen zu müssen.

Auffällig im Fall Standard Chartered ist das anhaltende, absichtliche Fehlverhalten, zu dem bereits mehrere behördliche Untersuchungen laufen. 2004 hatte die Bank mit Fed und DFS ein „schriftliches Abkommen“ unterzeichnet, in der die nötigen Änderungen an den Verfahren zur Geldwäsche-Prävention umschrieben waren. Zwar endete das Abkommen 2007, doch die Unterlassungsklage von 2012 zeigt, dass die US-Sanktionen absichtlich umgangen wurden, insbesondere gegen den Iran, aber auch gegen andere sanktionierte Länder, einschließlich derer, die in der jüngeren Untersuchung aufgeführt sind. „Von mindestens 2001 bis Anfang 2007 wurden bei Standard Chartered Richtlinien und Verfahren für die Verarbeitung bestimmter Überweisungen in US-Dollar entwickelt und implementiert. In Zahlungsmitteilungen wurden gewisse Informationen gelöscht, welche die Zweigstelle benötigte, um feststellen zu können, ob die Transaktionen dem US-Recht entsprachen.“ Zu diesem Zeitpunkt zahlte die Bank den US-Behörden 667 Mio. USD.

Der Danske-Skandal breitet sich nach Süden aus

Die spanische Staatsanwaltschaft für Korruptionsbekämpfung ist Behauptungen nachgegangen, wonach verdächtige russische Gelder in Höhe von 35 Mio. EUR von der CaixaBank über die Republik Moldau, die Ukraine, Litauen und Estland an Personen aus Russland bzw. der ehemaligen Sowjetunion weitergeleitet wurden, die heute in Spanien leben. Mit den Geldern seien Immobilien, Autoteile, Baumaschinen, Schuhe und andere Güter gekauft worden.

Rund 10 Mio. EUR der 35 Mio. EUR dieser Untersuchung wurden vom estnischen Zweig der Danske Bank überwiesen. Laut Staatsanwaltschaft werden die Gelder „seit 2008 durch ein internationales Gefüge aus Unternehmen, Banken und Ländern gewaschen, in denen es kaum oder gar keine Transparenz und keine Zusammenarbeit zwischen Banken und Gesetzeshütern gebe“.

Befragung der BaFin durch N26 deckt zahlreiche Mängel auf

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde hat gegenüber der ausschließlich per App operierenden Bank N26 Bedenken hinsichtlich Personalbestand, Outsourcing und Technik geäußert. Der Kern der Kritik scheint darin zu liegen, dass Prozesse und Personalbestand nicht mit dem Wachstum des Unternehmens Schritt halten könnten.

Nach dem Fall Revolut wird dies wahrscheinlich die Debatte wiederbeleben, ob ein schnelles Wachstum notwendigerweise Compliance-Schwachstellen bedeutet, was FinTechs allgemein weniger sicher machen würde. N26 zufolge würden sämtliche Ergebnisse umgehend überprüft, umgesetzt und überwacht. Man bemühe sich, sämtlichen Anforderungen konsequent nachzukommen und so schnell wie möglich die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen.

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