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Geldwäsche über In-App-Käufe

By November 27, 2019 Dezember 12th, 2019 No Comments

Nicht nur Spaß und Spiel – Geldwäsche über In-App-Käufe

Trotz ihrer Bezeichnung generieren kostenlose Spiele durch In-App-Käufe jährlich Hunderte Millionen Dollar. Vergangene Woche entdeckte das Forschungsunternehmen Kromtech, dass dieser hoch liquide In-App-Markt in drei beliebten Spielen zum Waschen von Geld aus gestohlenen Kreditkarten verwendet wurde. Die Masche funktionierte wie folgt:

  1. Kriminelle stahlen 20.000 Kreditkartendaten
  2. und richteten dann eine MongoDB-Datenbank ein, um automatisch Apple Store-Konten zum Anlegen von Spielkonten zu erstellen.
  3. Anschließend verwendeten sie die gestohlenen Karten, um teure In-App-Objekte zu erwerben,
  4. diese dann über Drittmärkte an andere Spieler zu verkaufen und
  5. das Spiel dann mit scheinbar „reinem“ Geld zu verlassen.

Die Masche wurde aufgedeckt, weil die Geldwäscher eine ungesicherte MongoDB-Datenbank verwendeten – etwas, das uns zwei interessante Dinge verrät: Erstens wird bei der Geldwäsche weiterhin mit modernsten Technologien experimentiert. MongoDB wird vor allem für umfangreiche Datenanalysen verwendet und erfreut sich großer Beliebtheit, weil damit in kurzer Zeit große Datenmengen abgefragt werden können. Zweitens machen sich Geldwäscher zwar ausgereifte Techniken zunutze, dafür hapert es jedoch bei der Informationssicherheit, denn die Datenbank war nicht mit einem Kennwort gesichert, und das ließ sie schließlich auffliegen. Besonders ist jedoch, dass diese Geschichte eine bewährte Fallstudie für die Geldwäsche mit Hilfe von Videospielen darstellt, etwas, das bislang hauptsächlich anekdotisch war. Bei über 37 Milliarden US-Dollar, die jedes Jahr durch In-App-Käufe in Videospielen den Besitzer wechseln, würde es mich nicht überraschen, wenn künftig mehr Geldwäscher von diesem großen Markt angezogen würden.

HODL nicht erforderlich: Die FATF plant, im Oktober einen Krypto-Leitfaden herauszugeben

Nach monatelangem Hin- und Her steht nun endlich der Termin, an dem die Financial Action Task Force (FATF) ihre Leitlinien zur Umsetzung geltender Empfehlungen auf Kryptowährungen und Vermögenswerte veröffentlichen wird. Laut der Mitteilung, die am vergangenen Wochenende auf dem G20-Gipfel bekannt gegeben wurde, wird das diesen Oktober unter US-amerikanischer Präsidentschaft geschehen. Wie in ihrem Schreiben an die G20 ausgeführt, will die FATF mit dem Leitfaden verschiedene Ziele erreichen.

Erstens möchte sie einen einheitlichen, globalen Ansatz zur Regulierung von Kryptowährungen sicherstellen, der keine unnötigen Barrieren für die legitime Nutzung schafft. Da globale Standards immer nur so stark sind wie dort, wo sie am wenigsten umgesetzt werden, wird dieser konsequente Ansatz von entscheidender Bedeutung sein. Wichtig ist auch, keine unnötigen Barrieren zu schaffen, da dies nicht nur die Vorteile der finanziellen Inklusion durch Kryptowährungen mindern, sondern wahrscheinlich nur dazu dienen würde, illegale Akteure in den Untergrund zu drängen. Zudem will sich die FATF damit auseinandersetzen, wie sich die mit Prepaid-Karten, Bitcoin-Geldautomaten und Münzerstangeboten verbundenen höheren Risiken hinsichtlich Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung am besten mindern lassen. All dies ist auch längst überfällig, denn wie aus dem FATF-Papier ebenfalls hervorgeht, kommen Kryptowährungen zum Waschen von Erträgen aus Straftaten inzwischen in einem breiteren Spektrum von Betrugsverbrechen vor als je zuvor.

Not for Sale – Der Erfolg von GTOs in den USA

Bei dem Versuch, illegale Gelder versteckt und sicher anzulegen, greifen Kriminelle häufig auf hochwertige Immobilien zurück, die anonym von Strohfirmen gekauft werden. 2016 haben die USA versucht, dem Problem durch die Einführung von Geographic Targeting Orders (GTOs) Herr zu werden. GTOs erfordern, dass Versicherungsmakler den wirtschaftlichen Eigentümer von Unternehmen mit beschränkter Haftung identifizieren, wenn diese versuchen, Immobilien bar zu kaufen. GTOs wurden ursprünglich für sechs Monate eingeführt und anschließend dreimal verlängert. Bereits im März haben wir die Frage gestellt, ob bereits ihre Verlängerung für ihren Erfolg spricht. Jetzt haben wir die Antwort.

In einem kürzlich veröffentlichten Artikel wurde genau beschrieben, wie sich GTOs auf die Geldwäsche ausgewirkt haben. Die Ergebnisse verschlagen einem den Atem: Nach der Einführung der GTOs im Jahr 2016 sank die Anzahl der bargeldlosen Immobilienkäufe durch Unternehmen mit beschränkter Haftung um 70 %. Dies ist ein erheblicher Erfolgsindikator, allerdings nicht nur für die Prävention von Verbrechen. In Gebieten, in denen GTOs bestehen, fielen zudem die Immobilienpreise. Dies stützt die verbreitete These, dass Immobilienpreise durch Geldwäsche künstlich aufgebläht werden. Die Leidtragenden sind die rechtschaffenen Bürger. Derzeit scheinen GTOs jedenfalls zu funktionieren, und sie belegen, dass neue Instrumente, die die Identifizierung von Eigentum erfordern, bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität durchaus nützlich sind.

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