Anti-Geldwäsche

Wochenrückblick – Die 6. Anti-Geldwäscherichtlinie

By November 6, 2019 Dezember 12th, 2019 No Comments

Lesen Sie die Zusammenfassung der 6. Geldwäscherichtlinie von Livia Benisty, Head of Financial Crime.

Geldwäsche sorgt nicht nur für Schlagzeilen in den Medien, sondern auch für Besorgnis bei EU-regulierten Unternehmen. Vor kurzem wurden Standard Chartered wegen Geldwäsche und Sanktionsverletzungen mit einer Geldstrafe von 1,1 Mrd. $ belegt. Fast unmittelbar danach traf es Unicredit, mit einer Geldstrafe von 1,3 Milliarden Dollar . In der gleichen Woche versprach der lettische Premierminister, den Bankensektor zu überarbeiten, um die wachsenden Befürchtungen über die Zahl der Geldwäscheskandale zu bekämpfen.

Ereignisse wie diese treiben die Regierungen dazu, nach transnationalen Lösungen für das wachsende Problem zu suchen. Bis Dezember 2020 wird die Bekämpfung der Geldwäsche durch das Europäische Parlament beschleunigt, da die Sechste Anti-Geldwäscherichtlinie (6AMLD) in allen EU-Ländern vollständig in nationales Recht umgesetzt wird. Regulierte Unternehmen, die in der Zone tätig sind, haben dann bis Juni 2021 Zeit, um die entsprechenden Vorschriften umzusetzen.

Es ist wichtig, dass sich betroffene Unternehmen mit der 6. Geldwäscherichtlinie und den Auswirkungen auf Compliance-Prozesse, sowie den zukünftigen Wachstumschancen vertraut machen.

  1. Eine harmonisierte Definition von Geldwäschedelikten

Die Richtlinie enthält eine harmonisierte Definition von Geldwäschedelikten, mit der Lücken in schwachen nationalen Rechtsvorschriften geschlossen werden sollen. Zu den 22 Vortaten gehören nun auch Cyberkriminalität und Umweltkriminalität. Dies spiegelt auch die sich  verändernde Natur der Bedrohungslandschaft wider und hat Auswirkungen auf die Prioritäten innerhalb der Europäischen Union. Um das Verständnis für die zu beachtenden Risikofaktoren und Klassifizierungen zu erleichtern, sollten sich die Compliance-Beauftragten mit den 22 in der neuen Richtlinie aufgeführten Vortaten vertraut machen.

  1. Zusätzliche Geldwäschedelikte: Beihilfe und Anstiftung

Neben der Umwandlung von Erträgen aus Straftaten umfasst der Umfang der Geldwäsche nun auch „Beihilfe und Anstiftung“. Durch die Einbeziehung dieser Gruppe von Personen, die oft als “ Helfershelfer “ bezeichnet werden, Komplizen im Geldwäscheprozess zu identifizieren.

  1. Ausdehnung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit auf juristische Personen

Es ist nicht nur noch eine individuelle Person, die bestraft werden kann. Eine der wichtigsten Änderungen der neuen Richtlinie ist die Ausdehnung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit auf juristische Personen (d.h. Gesellschaften oder Personengesellschaften), wenn diese es versäumt haben, die illegale Tätigkeit eines „leitenden Person“ innerhalb des Unternehmens zu verhindern. Selbst wenn die kriminelle Aktivität, die zu illegalen Geldern geführt hat, nicht identifiziert werden kann, kann eine natürliche oder juristische Person verurteilt werden.

  1. Härtere Strafen

Die Verurteilung ist ein weiterer Bereich, der in dieser jüngsten Richtlinie geändert wurde. Alle Staaten müssen für Geldwäschedelikte eine Höchststrafe von mindestens vier Jahren festlegen. Dies ist eine Steigerung gegenüber einem Jahr, wie bisher. Jede Strafe kann durch wirksame, angemessene und abschreckende Sanktionen ergänzt werden, die mit Geldbußen kombiniert werden können. Dazu gehört auch die vollständige Stilllegung eines Unternehmens.

Unternehmen sollten Compliance als unterstützende Funktion für Geschäftspraktiken ansehen. Dies kann zum Beispiel durch erstklassige Daten und Technologie erfolgen. Nur wenn der Schwerpunkt für Firmen in Richtung Innovation und Neuerungen gerichtet ist, werden diese in der Lage sein, das Gelwäscherisiko zu minimieren.

Finden Sie mehr heraus und kontaktieren Sie einen unserer Experten.

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