State of Financial Crime 2023 Report

Was sind die 3 Phasen der Geldwäsche?

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Durch Geldwäsche werden illegale Aktivitäten wie Waffen- und Drogenhandel, Menschenhandel und Schmuggel von verbotenen Waren, Veruntreuung von Geldern, Insiderhandel, Bestechung und Betrug finanziert. Neben organisierten Verbrecherbanden agieren hierbei zudem auch professionelle Geldwäscher, die im Auftrag Dritter handeln.

Das weltweite Ausmaß der Geldwäsche lässt sich nur schwer quantifizierbar abschätzen. Einer häufig zitierten Zahl des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNODC zufolge belaufen sich die Kosten auf 2 bis 5 % des weltweiten BIP – schätzungsweise 2 Billionen Dollar. 

Geldwäsche erfolgt in der Regel in drei Phasen, in denen die gewaschenen Gelder in das legale Finanzsystem zurückgeführt werden. Diese drei Phasen sind: 

  1. Einspeisung
  2. Verschleierung 
  3. Integration/Extraktion

Phase 1 der Geldwäsche – Einspeisung

In der ersten Phase der Geldwäsche wird das zunächst „schmutzig“ erwirtschaftete Geld in das Finanzsystem eingeschleust. Dies geschieht häufig durch die Aufteilung großer Bargeldbeträge in weniger auffällige, kleinere Beträge, die direkt auf ein Bankkonto eingezahlt werden, oder durch den Erwerb von Zahlungsmitteln wie Schecks oder Geldbriefen/Postanweisungen, die gesammelt und auf Konten an anderen Orten eingezahlt werden.

Eine weitere Möglichkeit der Einspeisung besteht darin, das Geld aus einer Straftat den rechtmäßigen Einnahmen eines Unternehmens zuzuführen. Besonders beliebt ist dies bei Unternehmen mit geringen oder keinen variablen Kosten. Beliebtes Mittel sind zudem auch falsche Rechnungen, ebenso wie „Smurfing“: Hierbei werden geringere Geldbeträge, die unter der Meldegrenze für Geldwäsche liegen, auf Bankkonten oder Kreditkarten eingezahlt und zur Bezahlung von Ausgaben genutzt.

Andere Einspeisungsstrategien bestehen darin, die Identität des wirtschaftlichen Eigentümers durch Treuhandgesellschaften und Offshore-Firmen zu verschleiern oder ausländische Bankkonten zu nutzen. Dabei sollen geringere Bargeldbeträge, die unter dem Schwellenwert für eine Zollanmeldung liegen, ins Ausland gebracht, auf ausländischen Bankkonten deponiert und dann wieder zurücktransferiert werden.

Phase 2 der Geldwäsche – Verschleierung

Nachdem die Gelder ins Finanzsystem gelangt sind, folgt die Phase der Verschleierung, bei der die Gelder durch den Geldwäscher verschoben werden, um sie von ihrer Quelle zu distanzieren und die Spur des Geldes zu verwischen. 

Solche Gelder können über den Kauf und Verkauf von Anlagen, eine Holdinggesellschaft oder schlicht über eine Reihe von Konten bei Banken rund um den Globus geleitet werden. Entsprechend verstreute Konten sind am ehesten in Ländern zu finden, die bei Ermittlungen zur Geldwäschebekämpfung die Kooperation verweigern. Manchmal tarnen Geldwäscher die Überweisungen als Zahlungen für Waren oder Dienstleistungen oder als Privatkredit an ein anderes Unternehmen und verleihen ihnen so einen legitimen Anschein.

Prinzipiell sind die Phasen der Geldwäsche auch für Kryptowährungen anwendbar, doch handelt es sich bei der Verschleierung um den häufigsten Einstiegspunkt für Kryptowährungen, da Kriminelle sie parallel zum traditionellen Finanzsystem nutzen, um die Herkunft der Gelder zu verschleiern. 

Verschleierungstaktiken, auf die es zu achten gilt: 

  • Chain-Hopping: Umwandlung einer Kryptowährung in eine andere und Wechsel von einer Blockchain zu einer anderen
  • Mixing oder Tumbling: Vermischung verschiedener Transaktionen über mehrere Börsen hinweg, wodurch die Rückverfolgung von Transaktionen zu einer bestimmten Börse, einem Konto oder einem Besitzer erschwert wird
  • Cycling: Einzahlung von Fiat-Währung bei einer Bank, Kauf und Verkauf von Kryptowährungen und anschließende Einzahlung der Erlöse bei einer anderen Bank oder auf ein anderes Konto

Phase 3 der Geldwäsche – Integration

Während der letzten Phase der Geldwäsche werden die Gelder wieder in den legalen Wirtschaftskreislauf eingebracht. Um mit den Geldern Waren und Dienstleistungen zu erwerben, ohne die Aufmerksamkeit von Strafverfolgungs- oder Steuerbehörden auf sich zu ziehen, investieren die Kriminellen oft in Immobilien, Luxusgüter oder geschäftliche Unternehmungen.

Häufig nehmen sie Lohn- und andere Steuern in Kauf, um das gewaschene Geld in einen legitimen Finanzkreislauf zurückzuführen. Bei einem derartigen Prozedere kommt es im Zuge von Geschäftskosten zu einem „Schwund“ von teils 50 % der ursprünglichen Gesamtsumme.

Gängige Integrationstaktiken sind: 

  • Erfundene Mitarbeiter – die Gelder werden dabei in der Regel bar ausbezahlt
  • Darlehen – an Geschäftsführer oder Aktionäre, die nie zurückgezahlt werden
  • Dividenden – an Aktionäre von Unternehmen, die von Kriminellen geführt werden

Zwar folgen nicht alle Fälle von Geldwäsche diesem Drei-Phasen-Prozess (die Phasen können auch kombiniert oder mehrmals wiederholt werden), doch bildet er häufig das Grundgerüst zur Methodik vieler Compliance-Teams. 

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Ursprünglich veröffentlicht November 1, 2022, aktualisiert amNovember 1, 2022

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