Leitfaden zur Geldwäschebekämpfung für Krypto-Firmen

Einhaltung globaler Sanktionen

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Herausforderungen für Unternehmen bei der Einhaltung globaler Sanktionen

Globale Sanktionen sind ein unverzichtbares außenpolitisches Mittel, mit dem Regierungen globale diplomatische und politische Ziele verfolgen und auf Verstöße gegen das Völkerrecht reagieren können, etwa im Zusammenhang mit Menschenrechtsverbrechen. Bei der Umsetzung ihrer globalen Sanktionsprogramme erlassen die Regierungen regelmäßig neue Bestimmungen mit strengen und häufig komplexen Anforderungen an Unternehmen in ihrem Zuständigkeitsbereich.

Für Banken und Finanzinstitute ist die Einhaltung globaler Sanktionen eine wichtige Aufgabe und stellt eine große Herausforderung bei der Geldwäschebekämpfung dar. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie mit Sanktionen belegten Firmen und Personen weder wissentlich noch unwissentlich die Möglichkeit geben, die gegen sie verhängten wirtschaftlichen Beschränkungen zu umgehen, indem sie Kunden und Transaktionen mit den einschlägigen internationalen Sanktionslisten abgleichen. Folglich müssen Unternehmen als Teil ihrer AML-Infrastruktur eine Sanktionslösung konzipieren und implementieren, die in der Lage ist, Herausforderungen bei der Sanktionseinhaltung effektiv zu adressieren und sicherzustellen, dass Sanktionsverstöße schnell aufgedeckt und verhindert werden.

Globale Sanktionen: Probleme und Herausforderungen bei der Einhaltung von Vorschriften

Eine Nichteinhaltung globaler Sanktionen kann empfindliche Strafen nach sich ziehen, und so gilt es für Unternehmen, ein Screening-Lösung umzusetzen, die diese Risikolandschaft adäquat widerspiegelt. Eine solche Lösung sollte genau genug sein, um Bedrohungen zu erkennen, dabei aber auch nicht das Kundenerlebnis beeinträchtigen oder so empfindlich sein, dass sie eine unüberschaubare Anzahl an False Positives generiert.   

Vor diesem Hintergrund verdienen die wichtigsten Compliance-Aspekte im Zusammenhang mit globalen Sanktionen einen genaueren Blick:

Datengenauigkeit

Die globale Sanktionslandschaft ändert sich fortlaufend, da aufgrund geopolitischer Ereignisse in verschiedenen Ländern Namen auf die Sanktionslisten gesetzt oder von ihnen gestrichen werden. Während der Amtszeit von Donald Trump zwischen 2017 und 2021 hat die US-Regierung beispielsweise eine Rekordzahl von 3.900 Sanktionen verhängt, so etwa die Wiedereinführung von Sanktionen gegen den Iran nach dessen Ausstieg aus dem Gemeinsamen umfassenden Aktionsplan (JCPOA). Angesichts solchen dynamischen Veränderungen müssen Screening-Lösungen Daten und Aktualisierungen in Echtzeit liefern, um verlässliche Sanktionsprüfungen zu gewährleisten.

Relevanz

Um Sanktionen umfassend einzuhalten, ist es ebenso wichtig, dass Screening-Lösungen relevante Ergebnisse liefern. In der Praxis bedeutet dies, dass die Compliance-Teams wissen sollten, welche internationalen Sanktionslisten zu prüfen sind und wie die Sanktionen für die auf ihnen aufgeführten Namen anzuwenden sind. Im Vereinigten Königreich beispielsweise müssen Unternehmen die autonome Sanktionsliste des Vereinigten Königreichs und die UN-Sanktionsliste prüfen (obwohl zahlreiche Namen auf beiden Listen geführt werden). Ist eine Screening-Lösung zu weit gefasst, führt dies zu einer höheren Anzahl von False Positives. Diese dann herauszufiltern ist wiederum zeit- und ressourcenaufwändig. Bei einem zu eng gefassten Screening hingegen besteht die Gefahr, dass wichtige Sanktionen übersehen werden und Strafen für die Nichteinhaltung von Vorschriften verhängt. 

Risikobewertung

Wichtig für Unternehmen ist weiterhin Klarheit rund um ihre individuellen Sanktionsrisiken und eine sukzessive Anpassung der eigenen Compliance-Maßnahmen. Kunden aus (oder Transaktionen mit) Hochrisikoländern wie dem Iran, Venezuela, Russland oder Nordkorea stellen ein erhöhtes Compliance-Risiko dar und sollten somit intensiveren Know-Your-Customer-Maßnahmen (KYC) unterzogen werden, um ihren genauen Sanktionsstatus zu bestimmen. Bestimmte Sektoren bergen ebenfalls ein höheres Sanktionsrisiko: Korrespondenzbanken oder Schifffahrtsunternehmen sind beispielsweise stärker auf die KYC-Maßnahmen Dritter angewiesen und verfügen hier somit über potenzielle Schwachstellen bei der Geldwäschebekämpfung.

Interne Kontrollen

Die globale Sanktionslandschaft ist komplex und verfügt über viele Nuancen. Daher gibt es auch zum Screening keine Einheitslösung im klassischen Sinne. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass Unternehmen ihre eigenen Compliance-Ziele und -Verpflichtungen genau kennen, ebenso wie die Prozesse, die zur Umsetzen dieser Ziele notwendig sind. Unternehmen sollten ihre internen Sanktionskontrollen und -richtlinien sorgfältig prüfen, von der Kenntnis der Technologie, die zur Generierung von Sanktionswarnungen verwendet wird, bis hin zur Meldung möglicher Verstöße an die Behörden. Screening-Lösungen sollten zudem regelmäßigen internen und externen Prüfungen unterzogen werden, um etwaige Schwachstellen oder Lücken zu ermitteln.

Aliasnamen, Spitznamen, Schreibweisen

Internationale Sanktionslisten enthalten Tausende von Namensbezeichnungen, oft mit ähnlicher Schreibweise, wobei mit Sanktionen belegte Personen Geschäfte häufig unter einem Alias- oder Spitznamen tätigen. Screening-Lösungen müssen daher in der Lage sein, Nuancen bei der Schreibweise von Kundennamen zu erfassen, um redundante Mehrfach-Alerts und False Positives zu vermeiden, und mit relevanten Daten zu bekannten Alias- oder Spitznamen aktualisiert werden.

Nicht westliche Namenskonventionen

Lösungen für die globale Sanktionsprüfung müssen zudem ein breites Spektrum nicht westlicher Namenskonventionen abbilden können. Viele Namen im Nahen Osten beinhalten beispielsweise Suffixe für „Gott“, die auf den Vornamen folgen, während in einigen ostasiatischen Kulturen der Nachname traditionell vor dem Vornamen steht. Screening-Lösungen sollten zudem die Verwendung nicht lateinischer Schriftzeichen berücksichtigen können, etwa aus dem arabischen und chinesischen Zeichensatz, sowie die idiomatische Verwendung von Vokalen und Zusammenziehungen wie etwa Schmelzwörtern.

Sekundärsanktionen und Sperrvorschriften

Eine der größten Herausforderungen, die sich in jüngster Zeit bei der Einhaltung von Sanktionen weltweit ergeben hat, ist die Anwendung von Sekundärsanktionen – und die Wiedereinführung von Sperrvorschriften als Reaktion darauf. Sekundärsanktionen wie die seitens der USA gegen den Iran verhängten verbieten Drittländern den Handel mit Sanktionszielen, die von anderen Ländern benannt wurden. Im Falle des US-Sanktionsprogramms zwingen sekundäre Sanktionen Nichtamerikaner dazu, von den USA erlassene Handelsbeschränkungen gegen den Iran anzuwenden. Tun sie dies nicht, laufen sie Gefahr, selbst von den USA sanktioniert zu werden. Sekundärsanktionen erhöhen den Aufwand rund um die Einhaltung von Vorschriften: Unternehmen müssen nicht nur die Sanktionslisten prüfen, die in ihrem Heimatland gelten, sondern auch eine Reihe einschlägiger Sanktionslisten von Drittländern, so etwa die OFAC-Sanktionsliste. 

Als Reaktion auf die zunehmende Anwendung von Sekundärsanktionen haben einige Länder Sperrvorschriften eingeführt, die es Unternehmen im Wesentlichen untersagen, Sekundärsanktionen zu befolgen, da sie sonst Geldbußen riskieren. 2021 wurden von China Sperrvorschriften eingeführt, um der sekundären Anwendung von US-Sanktionen gegen den Iran und Nordkorea auf chinesische Unternehmen entgegenzuwirken, während die EU 2018 nach dem Rückzug der USA aus dem JCPOA ihre eigenen Sperrgesetze wieder einführte. 

Ihre Möglichkeiten mit ComplyAdvantage

Die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Einhaltung globaler Sanktionen sehen für jedes Unternehmen anders aus. Ein gemeinsamer Faktor ist jedoch die Anforderung, große Mengen an Kundendaten zu erfassen und zu verarbeiten. Die manuelle Verarbeitung von Sanktionsdaten kann aufwändig und kostspielig sein und birgt signifikante Fehlerrisiken. Ebenso können Probleme bei der Mängelbehebung Onboarding und Transaktionsüberwachung verzögern, was sowohl Kunden als auch Compliance-Teams in Schwierigkeiten bringt.

Dementsprechend sollten Unternehmen eine Lösung implementieren, die den spezifischen Anforderungen ihres Risikoumfelds gerecht wird. Die Technologie für Sanktionsprüfungen von ComplyAdvantage ist präzise und basiert auf umfassenden Datensätzen. Sie bietet Unternehmen zudem die Möglichkeit, ihre Kundendaten nahezu in Echtzeit mit einer Vielzahl von Sanktionsdaten abzugleichen. Hierzu gehören über 100 internationale und nationale Sanktionslisten sowie Tausende von Überwachungslisten von Regierungen und Strafverfolgungsbehörden. 

Unsere Technologie für Sanktionsprüfungen basiert auf einer Vielzahl von AML- und KYC-Maßnahmen und wurde entwickelt, um Unternehmen bei der Anfertigung exakter Risikobewertungen, der Anreicherung ihrer Sanktionsdaten und der Minimierung von False Positives zu unterstützen. Diese Maßnahmen umfassen Folgendes:

  • Sorgfaltspflicht gegenüber Kunden: Unternehmen müssen in der Lage sein, ihre Kunden oder die wirtschaftlichen Eigentümer von Kundenunternehmen genau zu identifizieren und zu überprüfen, um sie mit den in Sanktionslisten aufgeführten Namen abzugleichen. 
  • Transaktionsüberwachung: Unternehmen sollten in der Lage sein, Transaktionen zu identifizieren, an denen mit Sanktionen belegte Unternehmen, Personen, Organisationen, Regierungen oder Länder beteiligt sind, ebenso wie ungewöhnliche Finanzaktivitäten, die auf Versuche zur Umgehung von Sanktionsbeschränkungen hindeuten.
  • PEP-Screening: AML-Lösungen sollten es möglich machen, politisch exponierte Personen (PEP) zu identifizieren, die aufgrund ihrer Nähe zu einer Regierung oder einem gewählten Amt ein größeres Risiko für die Einhaltung von Sanktionen darstellen könnten. 
  • Prüfung auf negative Berichterstattung (Adverse Media): Kunden, über die in den Medien negativ berichtet wird, können ein größeres Risiko für die Einhaltung von Sanktionen darstellen. Daher sollten diverse Online- wie Offline-Medien auf derartige negative Berichterstattung überprüft werden.

Unsere Screening-Lösung bietet Automatisierung mit hoher Geschwindigkeit und Präzision sowie innovative Technologien zum Abgleich von Namen. Vorgebeugt wird mit ihnen kostspieligen False Positives sowie den sogar noch problematischeren False Negatives. Sie kann flexibel konfiguriert werden, um die individuelle Risikobereitschaft unserer Kunden abzubilden. 

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu weltweiten Sanktionen finden Sie in unserem aktuellen Bericht zum Thema Sanktionen.

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Ursprünglich veröffentlicht Juni 28, 2021, aktualisiert amAugust 4, 2022

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