RegTechRichtlinien

Regulatorische Divergenzen und weshalb Harmonie innerhalb der EU so wichtig ist

By März 20, 2020 No Comments

Am 10. Januar 2020 wurde in allen EU-Ländern die 5. Geldwäscherichtlinie eingeführt.

Die Harmonisierung der Vorschriften ist ein zentrales Anliegen der Aufsichtsbehörden, und die Frage, wie die Vorschriften für die Kunden in den einzelnen Regionen angepasst werden können, spielt dabei eine wichtige Rolle.

Die unterschiedlichen Ziele der Harmonie und der lokalen Eigenheiten in Einklang zu bringen, kann schwierig sein und wird es sicherlich auch weiterhin bleiben, wenn die Regulierungsbehörden nicht daran arbeiten, ein Mindestmaß an finanzieller Leistungsfähigkeit und Infrastruktur in den EU-Mitgliedsstaaten zu etablieren.

Zwar leistet die 5. Geldwäscherichtlinie der EU die Arbeit zur Schaffung einer gemeinsamen Basis unter den Mitgliedsstaaten, indem Mindeststandards hinsichtlich der Compliance eingeführt werden. Die Schwierigkeit ergibt sich jedoch aus den vielfältigen Interpretationen, die für diese Standards gegeben werden können. Es ist anzumerken, dass in vielen Ländern bisher nicht einmal die 4. Geldwäscherichtlinie komplett eingehalten wird. Das bedeutet, dass die tatsächliche Umsetzung und Erfüllung der Richtlinien zur Bekämpfung der Geldwäsche von den Erwartungen abweichen kann.

Dies liegt daran, dass diese Vorschriften eher eine Mindestforderung als klare Standards mit entsprechenden Anleitungen zu ihrer Umsetzung darstellen. Allerdings kann die enorme Komplexität kann dazu führen, dass manche Startup-Unternehmen die gesetzlichen Anforderungen versuchen zu umgehen.

Lösungen aus der Sandbox

Einige der Experten sind der Ansicht, dass Compliance nichts anderes sei als ein Zeitvertreib für Fintechs. Doch während Fintechs Sandbox-Umgebungen nutzen können, geraten diejenigen, die die Anforderungen aus der Sandbox nicht erfüllen, von Aufsichtsbehörden und Branchennachrichten schwer unter Beschuss. Sie müssen sicherstellen, dass ihre Compliance-Systeme dem Standard entsprechen, da sie sonst eine weitere Rufschädigung riskieren.

Es stellt sich jedoch die Frage, ob Sandboxes die beste Idee für neue Technologien darstellen. Erklären zu können, wie eine Technologie funktioniert, ist weitaus weniger wichtig, als sicherzustellen, dass dadurch konforme Ergebnisse erzielt werden.

Wenn die Aufsichtsbehörden in der EU in der Lage sind, eine regulatorische Harmonisierung zu erreichen, wird die EU dadurch zu einem extrem attraktiven Markt, und die Unternehmen müssen nur ein einziges System entwickeln, mit dem sie dann auf dem gesamten Gebiet tätig werden können.

Was könnte schief gehen?

Ohne eine Harmonisierung der Vorschriften besteht die Möglichkeit, dass die EU mit den USA und den APAC-Märkten in Konflikt geraten könnte. Wenn EU-Vorschriften keine Grundlage für Innovationen darstellen, bereiten sie nur den Markt für andere vor. Und gerade jetzt werden Innovationen von der EU vernachlässigt. Erfolgreiche Unternehmen verlassen fluchtartig den Handelsblock, um sich in stabileren Märkten zu etablieren.

Die USA ziehen Startups mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit an, wobei allein im Jahr 2020 bereits mehrere neue millionenschwere Deals abgeschlossen wurden und die Super-Apps aus dem asiatisch-pazifischen Raum in ihrer Branche bereits führend sind. Allerdings sind die Wünsche der europäischen Kunden nicht dieselben wie in anderen Märkten. Es gibt keine Super-Apps, da entweder das regulatorische Ökosystem sie nicht zulässt oder (was wahrscheinlicher ist) die Kunden nicht wollen, dass all ihre Daten an ein und demselben Ort gespeichert werden.

Wie die EU auf eine Harmonisierung der Rechtsvorschriften hinarbeiten wird, bleibt abzuwarten. Die 5. Geldwäscherichtlinie der EU bietet eine ernstzunehmende Gelegenheit, im gesamten Handelsblock einen Standard zu schaffen, der es ermöglichen könnte, mit den US- und APAC-Märkten zu konkurrieren und diese möglicherweise zu verdrängen.

Weitere Informationen zur Zukunft der Compliance finden Sie hier in unserem Bericht für 2020.

 

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